Bundeswehr öffnet Rüstungsmarkt für Start-ups
Das Verteidigungsministerium reformiert die Beschaffungsregeln und will den jährlichen Beschaffungsetat bis 2030 auf 183 Mrd. € erhöhen. Defence-Tech-Start-ups wie Helsing, Quantum und Stark profitieren direkt - und brauchen schnelle Test- und Validierungsinfrastruktur.
Das Verteidigungsministerium plant eine grundlegende Reform der Beschaffungsregeln. Das jährliche Beschaffungsbudget der Bundeswehr soll bis 2030 auf 183 Milliarden Euro steigen - mehr als doppelt so viel wie bisher. Ein großer Teil des Geldes fließt in Drohnen, Software und weltraumgestützte Technologien.
Die bisherige 'Bonner Formel', ein kosten-plus-Gewinn-Modell aus den Achtzigerjahren, begünstigte Großkonzerne wie KNDS und Airbus. Künftig soll die Bundeswehr nur noch das Ziel definieren - etwa 'Lufthoheit' - statt exakte technische Spezifikationen vorzugeben. Erste Pilotprojekte laufen bereits, darunter Loitering-Munition für eine Brigade in Litauen und das 'Jagdbomberdrohnen'-Projekt der Luftwaffe.
Parallel wird das Beschaffungsamt BAAINBw in Koblenz reorganisiert. Statt Abteilungen gibt es künftig 'Dimensionen' wie Land, Luft, See und Cyber. Innovationszentren in Erding (Drohnen, Software, Robotik) und Kiel (Marinefähigkeiten) erhalten mehr Gewicht und können eigenständig Beschaffungen initiieren.
Für Corridor bedeutet das: Die Nachfrage nach schneller, standardisierter Test- und Validierungsinfrastruktur für Defence-Start-ups und Primes steigt massiv. Corridor liefert genau diese Schicht - Buchung, Genehmigung, Telemetry und revisionssicherer Nachweis in einem Betriebssystem.